Unternehmensprozesse

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Unternehmensprozesse

Das 18. Jahrhundert war für Europa und die ganze Welt ein Zeitalter des Durchbruchs. In Verbindung mit dieser Zeit stehen die Begriffe der industriellen Revolution und der industriellen Gesellschaft, die an ihrem Fundament entstanden. Zu dieser Zeit kam es zu dynamischen Veränderungen in der Technologie, Wirtschaft und der Kultur. Die Wirtschaft der stärksten Staaten wurde nicht mehr in Anlehnung an die Landwirtschaft und kleinen Handwerksbetrieben gebildet, sondern auf die Massenfertigung in Fabriken. Die Bürger, die sich schnell an die neuen Gegebenheiten anpassen mussten, schufen eine neue Gruppe – die Arbeitergesellschaft / industrielle Gesellschaft. Die Leute, die zu ihr gehörten, wohnten in sich ausdehnenden und neu entstehenden Städten und arbeiteten in Fabriken. Häufig waren dies ungebildete Menschen. Ihre Aufgaben basierten hauptsächlich auf physischen Tätigkeiten. Die ersten Unternehmensmanager organisierten die Tätigkeiten nach Funktionen. In den Unternehmen bestand eine Hierarchie und eine genaue Arbeitsteilung. Die Arbeiter auf der untersten Karriereebene (die Ausführenden) besaßen über sich Leiter, die die durch sie ausgeführten Arbeiten koordinierten.

Heute behaupten Wissenschaftler wie Manuel Castells, dass das Zeitalter der industriellen Gesellschaft bereits Geschichte ist. Wir sind Zeugen der sogenannten dritten industriellen Revolution (der wissenschaftlich-technischen), die nach dem ersten Weltkrieg begann. Die heutigen Menschen werden als Informationsgesellschaft bezeichnet, die sich wie nachfolgend charakterisiert:

  • Informationen werden wie Waren behandelt,
  • Nutzung und Einstellung zur Entwicklung neuer Technologien,
  • Anwendung neuer Technologien im Alltagsleben,
  • Schnelle Informationsübertragung (häufig Fernübertragung),
  • Massenkommunikation,
  • Schaffung neuer Kommunikationsmittel,
  • Erstellung der Welt durch Medien,
  • Nutzung des Internets in allen Lebensbereichen,
  • Nutzung von sozialen Medien.

Dank der Globalisierung und neuer Technologien können Unternehmen ihre Tätigkeit nicht nur auf lokale, aber auch ausländische, internationale Märkte ausweiten. So eine Arbeitscharakteristik bedarf eines anderen Unternehmensmanagements, als das lokal der Fall war. Manager müssen die Strukturen flexibel und dynamisch organisieren, die Informationen schnell mit einander austauschen können.

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Der Arbeiter der Gegenwart ist auf die Realisierung der Unternehmensprozesse eingestellt. T.H. Davenport weist darauf hin, dass der Begriff des Prozesses nicht mit Wörtern von ähnlicher Bedeutung, wie etwa Tätigkeit, Aufgabe oder Prozedur zu verwechseln. Der Professor definiert einen Prozess als: „strukturierte und messbare Tätigkeit, die zur Produktion eines bestimmten Produktes für einen bestimmten Kunden oder Markt“ (1993). Eine ähnliche Herangehensweise zum Begriff des Prozesses haben auch die Erfinder des Re-Engineerings M. Hammer und J. Champy. Die beiden erklären Problem als „einen Satz Tätigkeiten, der eine bzw. viele Arten an Eingängen besitzt und sie in Ausgänge umformt, die für den Kunden einen Wert darstellen“ (1994). Beide Definitionen führen zur Befriedigung des Kundenbedürfnisses und zur Erstellung eines Produktes bzw. einer Dienstleistung.